Letzte Aktualisierung: Freitag, 05.04.2013

Stromfresser: Strom sparen - wenn, dann richtig!

Strom wird immer teurer. Zudem trägt auch die Politik unter anderem durch eine steigende Ökostrom-Umlage zu dieser Situation bei - wirklich viel verändert hat sich an diesem Umstand in der Vergangenheit daher nicht. Letztlich bleibt es dem Verbraucher selbst überlassen, nach geeigneten Möglichkeiten zu suchen, mit deren Hilfe sich an der ausufernden Stromrechnung arbeiten lässt. Der Anbieterwechsel ist nur eine Option, um den Kosten durch den eigenen Energieverbrauch entgegenzutreten. Langfristig erfolgreich sind Haushalte aber nur dann, wenn sie an ihrem Verbrauch arbeiten. Denn überall schlummern ungenutzte Einsparpotenziale.


Stromfresser gibt es in jedem Haushalt

Strom - sprich elektrische Energie - ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Erzeugt aus fossilen Energieträgern (Erdöl & Erdgas), Wind- und Wasserkraft oder Sonnenlicht, treibt Strom nicht nur Haushalts- und Unterhaltungselektronik an - Strom macht die Nacht sprichwörtlich zum Tag.

Allerdings gehen nicht alle elektrischen Geräte sinnvoll mit dem abgenommenen Strom um. Bestes Beispiel ist die inzwischen aus der Mode gekommene Glühlampe. Hier fließen lediglich fünf Prozent der verbrauchten Energie in die Lichtleistung - die restlichen 95 Prozent verpuffen ungenutzt in Form von Wärme. Und nicht nur der Wirkungsgrad spielt eine Rolle. Viele Haushalts- und Unterhaltungselektronik arbeiten heute mit einem Stand-by-Modus. Dieser Bereitschaftsbetrieb oder Leerlaufmodus ist in vielen Bereichen zu finden - aber höchst umstritten. Das Problem: Auch wenn die Geräte den Eindruck erwecken nicht in Betrieb zu sein - sie verbrauchen weiterhin Strom.

Gerade dort, wo der Stand-by-Modus die energieintensive Startphase umgeht und letztlich sogar zu einer positiven Energiebilanz führt, ist dessen Einsatz durchaus gerechtfertigt. In vielen anderen Lebensbereichen ist Leerlaufmodus dagegen entbehrlich. Dabei ist weniger der Stromverbrauch im Stand-by-Modus das Problem, sondern die Summe aller Elektrogeräte in einem Haushalt. Fernseher, Radios, PCs und Drucker, Kaffeemaschinen oder Mikrowellen und Spielkonsolen - fast alle sind mit einem Leerlaufmodus ausgestattet und verbrauchen Strom - ohne einen echten Nutzen.

Beispielsweise liegt die Stromaufnahme aktueller TV-Geräte im Schnitt bei 0,3 Watt oder weniger. Geht man von täglich 20 Stunden im Bereitschaftsbetrieb aus, kommen im Jahr so „zwar“ nur 2,19 kWh zusammen. In der Summe aller Elektrogeräte frisst der Stand-by-Modus pro Jahr aber erhebliche Mengen Strom. Schätzungen gehen dahin, dass sich allein durch konsequentes „Power off“ Beträge um 100 Euro im Haushalt sparen lassen.

Stromfresser zu Hause finden

Der Verzicht auf den Stand-by-Modus ist wohl die einfachste Möglichkeit, wie sich Stromfresser im eigenen Haushalt ausschalten lassen. Leider sind die Grenzen des Machbaren hier schnell ausgereizt. Um wirklich langfristig Strom einzusparen, muss man das Übel quasi an der Wurzel packen - und Stromfresser konsequent aus dem Haushalt verbannen. Doch wie findet man in Frage kommende Elektrogeräte? Die einfachste Möglichkeit ist der Griff zu Strommessgeräten, mit deren Hilfe sich die Leistungsaufnahme abbilden lässt.

Auf diese Weise entsteht nach einiger Zeit ein recht umfassendes Bild über genau die Stellen, an denen überdurchschnittlich viel Strom verbraucht wird. Aber Achtung: Für den Stromcheck sollte man zuerst die Bereiche in den Mittelpunkt rücken, die tatsächlich einen hohen Anteil am Energieverbrauch haben.


Verwendung elektrischer Energie in deutschen Haushalten (Quelle: Stromverbrauch und Stromverwendung der privaten Haushalte in Deutschland Ergebnisse einer Studie im Auftrag von HEA, BDEW und EnergieAgentur.NRW, 2012)
 
Und welche Schlüsse lassen sich aus dem ermittelten Stromverbrauch ziehen? Viele Haushalte betreiben nach wie vor Geräte, die zwar funktional keinen Mangel erkennen lassen - aber etwas in die Jahre gekommen sind. Eine Tatsache, die nicht selten zum hohen Stromverbrauch beiträgt. Auch wenn Haushaltsgeräte noch funktionieren - sie verbrauchen in der Regel deutlich mehr Strom. Vergleicht man zum Beispiel einen 5 Jahre alten LCD-Fernseher (mit einer Stromaufnahme von 150 Watt und 32 Zoll Bilddiagonale) und einen aktuellen LED-Fernseher ähnlicher Größe mit rund 50 Watt Stromaufnahme, ist das Ergebnis beachtlich. Während der alte LCD-Fernseher bei vier Stunden Betrieb im Jahr auf 219 kWh im Verbrauch kommt, bleibt die LED-Variante mit 73 kWh deutlich darunter.

Beispiele, die sich in fast allen Bereichen des Haushalts wiederfinden. Alte Stromfresser kosten unterm Strich also richtig Geld. Mit dem Griff zu energieeffizienteren Geräten lässt sich bereits viel erreichen. Grundsätzlich ist hier aber nicht nur auf die vom Hersteller angegebenen Verbrauchswerte zu achten. Unterschiedliche Einstellungen und das Nutzungsverhalten beeinflussen den Stromverbrauch wesentlich.

Unser Tipp: Eine elektrische Warmwasseraufbereitung ist mit erheblichen Verbrauchswerten verbunden. Besitzer eines Eigenheims können durch die Installation einer Solarthermieanlage nicht nur diesen Stromfresser ausschalten - sie machen sich auch von fossilen Energieträgern für die Warmwasseraufbereitung unabhängig. Und man kann als Haushalt mitunter auch um die Ecke denken. Elektrisch betriebene Umwälzpumpen - beispielsweise für die Heizung - werden nur selten beachtet und daher auch über Jahre nicht ersetzt. Die Folge ist ein hoher Energieverbrauch, der eigentlich nicht sein müsste.

Strom intelligent nutzen

Stromfresser finden und aus dem Haushalt verbannen ist nur eine Seite der Medaille. Wo Haushalte langfristig am Verbrauch arbeiten wollen, muss auch das Nutzungsverhalten eine Rolle spielen. Dabei geht es nicht ausschließlich um den Ruhemodus elektrischer Geräte. Vielmehr müssen alle Lebensbereiche auf den Prüfstand. Denn in der Verbrauchsparade der Elektrogeräte der EnergieAgentur.NRW liegen nicht etwa TV-, Radio- und Videogeräte auf einem Spitzenplatz - es sind Wäschetrockner, Geschirrspülmaschine oder der Elektroherd.

Zum Beispiel lässt sich beim Trocknen der Wäsche bereits durch den Griff zu höheren Drehzahlen beim Schleudern der Stromverbrauch für den Wäschetrockner erheblich senken. Und auch beim Kochen bieten sich an mehr als einer Stelle Möglichkeiten, die den Herd nicht permanent zum Stromfresser machen. Einerseits sind moderne Induktionsherde natürlich energiesparender. Auf der anderen Seite sinkt der Stromverbrauch bereits durch den Griff zum passenden Kochtopf mit Deckel.

Die Suche nach elektrischen Geräten im Haushalt kann also nur ein Baustein sein, der im Alltag zu einem sinkenden Stromverbrauch führt. Es kommt auch darauf an, ein Gespür für das eigene Nutzungsverhalten zu entwickeln. Und den Willen, endlich den ersten Schritt zu tun.


Bild Stromuhr © cirquedesprit - Fotolia.com
Bild LED © WoGi - Fotolia.com

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